Evangelisch-Lutherische Kirche in Zwönitz

Die Brünloser Dorfkirche

Die kleine Dorfkirche direkt im Zentrum des Ortes wurde in ihrer heutigen Form in den Jahren 1832 und 1833 erbaut. Es handelte sich damals aber nicht um einen kompletten Neubau, sondern eher um einen Erweiterungsbau der aufgrund der schnell anwachsenden Einwohnerzahl der Gemeinde erforderlich geworden war. In ihrer äußeren Form ist unsere Kirche eine typische erzgebirgische Dorfkirche mit Dachreiterturm.
Nachweisliche Kirchenbaumaßnahmen gab es schon 1660, wovon auch die noch heute vorhandene Wetterfahne zeugt.
Aber auch schon vorher hat es wohl in dem erstmals um 1486 erwähnten Ort eine kleine Kirche oder Kapelle gegeben. Der von Jacob Neukirchner im Jahr 1600 gestiftete Taufstein legt dafür Zeugnis ab. Die erste in Brünlos nachgewiesene Taufe war dann im Jahr 1601.
Die Weihe der erneuerten Brünloser Dorfkirche fand am 10. November 1833 statt. Allerdings gehörte die Kirche noch bis 1893 als Filialkirche der Stollberger St. Jacobikirche an. Erster Pfarrer war der bisherige Stollberger Vikar Paul Friedrich Emil Keil.
Amüsant ist in diesem Zusammenhang die Geschichte des Brünloser Filialgauls. Die Brünloser Gemeinde hatte die Auflage dem Stollberger Diakon für jede Amtshandlung in Brünlos ein Reitpferd zu schicken, damit dieser sein Amt in Brünlos ausüben konnte.
Im Jahr 1897 konnte der Pfarrer das nun neu errichtete Pfarrhaus beziehen.


In den Jahren 1968 sowie zwischen 1995 und 2004 fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten an und in der Kirche statt. So wurde 1995 der Dachreiterturm erneuert. Das schwere Stahlgeläut aus dem Jahre 1921 konnte nicht wieder zurück in den Turm, da die Statik des Turms für diese Last nicht geeignet war. Die Glocken kamen nach Litauen und schlugen damit die Brücke zu unsrer Partnergemeinde in Sakiai. In Lauchhammer wurde ein neues Dreiergeläut aus Bronze gegossen, welches seit Ostern 1996 zum Gottesdienst ruft.

In den darauffolgenden Jahren wurde die Kirche zuerst außen und danach im Inneren einer Generalrenovierung unterzogen. Bei diesen Renovierungsarbeiten wurde im Jahr 2001 ein Tafelbild mit der Darstellung der Hl. Barbara aus dem 14. Jh. entdeckt.

Im Herbst 2008 konnte unsere Gemeinde das 175. Kirchweihjubiläum feiern, ein großes Fest mit vielen Gästen aus Nah und Fern.

Für die älteren Gottesdienstbesucher haben wir eine Schwerhörigenanlage in der Kirche installiert. Das Kirchenschiff ist, wenn auch klein, für Rollstuhlfahrer barrierefrei zu erreichen.


Über dem Eingang auf der Westseite stehen die Bibelworte: Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.

 

 

 

Wenn man heute die Kirche durch diesen Eingang betritt, fällt der Blick sofort auf den nach Osten ausgerichteten Altar, der Innenraum ist durch die nach Süden gerichteten Fenster sonnendurchflutet. Es ist der Weg vom Tod zum Leben, vom Dunkel ins Licht.